
Haare waschen mit Seife ? Anleitung für eine Haarseife
Hast du dir schon einmal überlegt deine Haare mit Seife zu waschen? Haare waschen mit Seife – geht das überhaupt? Ja, es geht…. sehr gut sogar! Dies war eine der ersten Seifen, die ich hergestellt habe. Ich habe das Rezept selbst kreiert, es enthält pflegende Öle, eine hautberuhigende Tonerde und wunderbar riechende ätherische Öle wie Lavendel und Rosmarin. Du kannst hier nachlesen warum ich selbstgemachte Kosmetikprodukte verwende. Diese Shampoo-Seife enthält die folgenden Inhaltsstoffe:
- Olivenöl
- Kokosnussöl
- Sheabutter
- Rizinusöl
- Ätherisches Lavendelöl
- Ätherisches Rosmarinöl
- Wasser
- Tonerde
- *NaOH
*Wird für den Verseifungsprozess benötigt um Öle in Seife zu verwandeln. Keinerlei NaOH bleibt in der fertigen Seife zurück!
Ich wurde schon oft gefragt warum Haare waschen mit Seife so gut ist. Die eigene selbstgemachte Seife zu verwenden ist unglaublich toll, da man genau weiß, welche Zutaten in dem Produkt enthalten sind. Alle meine Seifen sind frei von schädigenden Inhaltsstoffen. Sie sind vegan, wurden nicht an Tieren getestet, sondern nur an meinen Haaren und den Haaren meiner Familie.

Selbsthergestellte Seifen sind überfettet
Die pflegenden Öle verleihen den Haaren einen schönen Glanz, die Tonerde beruhigt die Kopfhaut und die ätherischen Öle wirken haarwuchsfördernd. Selbsthergestellte Seifen sind überfettet, das bedeutet, dass je nach Rezept und Seifenart 4-10% an pflegenden Ölen in der Seife verbleiben. Es handelt sich somit nicht um Kernseifen, die nicht überfettet sind und somit die Haare austrocknen können. Durch den Fettüberschuss werden die Haare gepflegt und bekommen einen schönen Glanz und die Haut wird streichelzart.
Haare waschen mit Seife – aber wie geht das?
Sich die Haare mit Seife zu waschen ist einfach und macht zudem noch Spaß! Als erstes musst du dein Haar vollkommen nass machen, dann fährst du mit dem Seifenstück vom Ansatz in kreisförmigen Bewegungen bis zu den Spitzen. Erzeuge mit deinen Händen viel Schaum und gebe bei Bedarf noch etwas Wasser hinzu. Es ist wichtig, dass dein ganzes Haar mit einem kräftigen und dicken Schaum bedeckt ist!
Solltest du jedoch nicht ausreichend viel Schaum erzeugen können, dann kann es passieren, dass deine Haare teilweise fettig bleiben oder strähnig aussehen. Also aufschäumen, aufschäumen und nochmal aufschäumen und danach die Haare so lange mit klarem Wasser ausspülen, bis keinerlei Seifenreste mehr übrig sind. Wie du siehst ist Haare waschen mit Seife ganz einfach.
Saure Rinse nach der Haarwäsche
Wenn dein Wasser recht hart ist, empfehle ich dir nach der Seifenwäsche noch eine saure Rinse zu benutzen. Hierfür einfach 1 EL Essig (oder Zitronensaft) in einen halben Liter Wasser geben und diese Mischung über die ganzen Haare schütten. Diese leicht saure Rinse stellt den natürlichen PH-Wert der Haare wieder her und macht sie ausserdem glänzend.
Deine Haare müssen sich erst an die Seifenwäsche gewöhnen
Falls du in der Vergangenheit eine lange Zeit normales Shampoo (vorallem solches mit Silikon) verwendet hast, wird dein Haar sich zuerst an die selbstgemachte Seife gewöhnen müssen. Das liegt daran, dass sich durch das (Silikon-) Shampoo eine Menge „Build Up“ in den Haaren angesammelt hat. Diese Umstellungsphase kann (aber muss nicht) mehrere Wochen andauern. Aber keine Sorge, nach einer Weile werden deine Haare umgestellt sein. Also probier es aus, denn Haare waschen mit Seife ist toll.

Haare waschen mit Seife | Rezept Shampoo-Seife
Zutaten
Laugenflüssigkeit
- 70 g kühles Wasser
- 34.27 g NaOH
Ätherische Öle
- 4.1 g ätherisches Rosmarinöl
- 6.2 g ätherisches Lavendelöl
Zusätze
- 2 TL Tonerde + etwas Wasser zum vermischen
Utensilien
- 1 großer Topf aus Edelstahl zum Schmelzen der Fette
- 1 mittelgroßer Plastikbecher zum Auswiegen des NaOH, leer und sauber
- 1 hitzebeständiger Plastikbehälter zum Anrühren der Laugenflüssigkeit
- 1 mg-genaue Waage zum Abwiegen des NaOH
- 1 normale Küchenwaage zum Abwiegen der Öle usw
- 2 Rührlöffel aus Plastik
- 1 Zuckerthermometer
- 1 Gummispatel
- 1 Stabmixer (OHNE Aluteile !)
- 1 paar Gummihandschuhe
- 1 Schutzbrille, wichtig!
- Arbeitskleidung z.B. Schürze, lange Ärmel und Hose
- Zeitungspapier zum Abdecken der Arbeitsfläche
- Küchenrolle
- Form für die rohe Seifenmasse z.B. Silikonförmchen
Anleitungen
- Arbeitsfläche mit Zeitungspapier abdecken und im Raum für Belüftung sorgen
- In einem Schälchen Tonerde mit ein wenig Wasser vermischen und stehen lassen
- Gummihandschuhe anziehen, Schutzbrille aufsetzen
- NaOH auf mg-genauer Waage in einem hitzebeständigem Becher abwiegen
- Wasser in einem separaten Becher abwiegen
- Nun das abgewogene NaOH vorsichtig und langsam in das (möglichst) kalte Wasser einrieseln lassen (am besten in Fensternähe) und vorsichtig umrühren bis sich das NaOH vollständig aufgelöst hat.WICHTIG: Das NaOH in das Wasser einrieseln lassen, niemals umgekehrt! Die dabei entstehenden Dämpfe nicht einatmen. Die Flüssigkeit wird rasch sehr heiß und das Gefäss sollte in ein kaltes Wasserbad ins Waschbacken gestellt werden damit die Laugenflüssisgkeit abkühlt
- In der Zwischenzeit die Fette (Kokosöl und Sheabutter) abwiegen und in einem warmen Wasserbad schmelzen. Die anderen zwei Öle (Olivenöl, Rizinusöl) abwiegen und zu den geschmolzenen Fetten dazugeben
- So lange warten bis sowohl die Gefäße der Laugenflüssigkeit und Fette/Öle handwarm sind und ungefähr die selbe Temperatur haben (30-45 Grad C)
- Die Laugenflüssigkeit nun vorsichtig in die Fette/Öle gießen (Brille und Schutzhandschuhe sind weiterhin an!) und mit einem Stabmixer rühren
- Die Mischung wird nach kurzer Zeit etwas milchig und dickt leicht an. Den Stabmixer nach spätestens einer Minute ausschalten und die abgewogenen ätherischen Öle und die angerührte Tonerde dazu geben
- Weiter rühren bis der Seifenleim die Konsistenz von Pudding hat. Dies kann schon nach einer Minute passieren oder aber erst nach 5 Minuten. Nicht zu lange rühren, sonst wird der Seifenleim zu schnell zu fest
- Den Seifenleim in die Form gießen, etwas aufklopfen damit Luftblasen entweichen können
- Die Form mit einer Plastikfolie abdecken und vorsichtig um die Form ein Handtuch oder eine Dicke wickeln, damit die Seife in die Gelphase kommt (das beschleunigt den Verseifungsprozess)
- Die Schutzbrille kann nun runter und die Küche kann aufgeräumt werden (Handschuhe zum Abspülen anlassen)
- Die Seife kann nach etwa 24 Stunden geschnitten und ausgeformt werden
- Nun ist Geduld angesagt, denn die Seife muss für mind. 4-6 Wochen (je länger desto besser) an einem luftigen Ort "reifen" und trocknen, erst dann darf sie benutzt werden! Je länger die Seife reift/trocknet, desto milder wird sie. Auch verbraucht sich eine gut gereifte Seife langsamer als eine junge Seife. Also hab Geduld!
Anmerkungen
SICHERHEITSMASSNAHMEN:
- Schutzkleidung tragen (lange Ärmel und Hose)
- Handschuhe anziehen
- Schutzbrille anziehen wenn man mit der Lauge arbeitet
Die Nährwertinformationen sind ungefähre Angaben und wurden automatisch berechnet
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Die Seife ist toll! Danke für das Rezept!
Ist die Überfettung für dieses Rezept irgendwo angegeben? ch konnte es nicht finden….
Hallo, die Überfettung ist 4%.
LG, Ela